Achtung! Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) naht!

14.03.2018 | Stefanie Rasel | Personal & Management

Was ist eigentlich die DSGVO?

Die Frage haben wir uns bei pro­Job anfangs auch gestellt. Zugegeben­er­maßen war es eher Zufall, dass wir auf die Daten­schutz­grund­verord­nung aufmerk­sam gewor­den sind.
Die Begrif­flichkeit EU-Daten­schutz­grund­verord­nung, in ihrer Kurz­form EU-DSGVO oder auch nur DSGVO genan­nt, erhält zunehmend Einzug in das Bewusst­sein europäis­ch­er Unternehmen. Doch was hat es damit auf sich? Am 14. April 2016 hat das EU-Par­la­ment zum Schutz per­so­n­en­be­zo­gen­er Dat­en die Ein­führung ein­er union­sweit­en Verord­nung beschlossen. Durch diese soll sichergestellt wer­den, dass alle Mit­glied­staat­en der europäis­chen Union diesel­ben (Mindest-)Standards in Bezug auf den Schutz von Dat­en ein­hal­ten. Veröf­fentlicht wurde die EU-Daten­schutzverord­nung bere­its am 04.05.2016 im Amts­blatt der Europäis­chen Union. Daraufhin ist sie am 25 Mai 2016 in Kraft getreten und wird nun zum 25. Mai 2018 verbindlich. Der Grund dafür ist die eingeräumte zwei­jährige Über­gangs­frist, welche am 25. Mai diesen Jahres endet. Ab diesem Stich­tag sind die ins­ge­samt 99 Artikel der DSGVO aus­nahm­s­los gel­tendes Recht, sodass Sie die darin aufge­führten Pflicht­en entsprechend umge­set­zt haben müssen.

Welche Pflichten ergeben sich aus der DSGVO?

Zu nen­nen sind beispiel­sweise: Doku­men­ta­tions- und Rechen­schaft­spflicht­en, Infor­ma­tion­spflicht­en, Auskun­ft­spflicht­en, Mit­teilungspflicht­en im Zusam­men­hang mit der Berich­ti­gung oder Löschung per­so­n­en­be­zo­gen­er Dat­en sowie Meldepflicht­en.
Das klingt nach jed­er Menge Arbeit, die auf deutsche bzw. europäis­che Unternehmen zukommt. Zwar gibt es einzelne der Anforderun­gen schon ver­ankert in Daten­schutzrichtlin­ien, aber Richtlin­ien wer­den häu­fig als weniger verbindlich wahrgenom­men als eine Verord­nung.
Die EU-Daten­schutz­grund­verord­nung enthält darüber hin­aus Öff­nungsklauseln, sodass die Mit­glied­staat­en der europäis­chen Union über die Anforderun­gen der EU-DSGVO hin­aus nach eigen­em Ermessen Rechtsvorschriften erlassen kön­nen. In Deutsch­land wurde das Daten­schutzan­pas­sungs- und Umset­zungs­ge­setz (DSAn­pUG-EU) ver­ab­schiedet, welch­es auch eine neue Ver­sion des Bun­des­daten­schutzge­set­zes (BDSG-neu) umfasst. Auch die darin enthal­te­nen Vorschriften sind gel­tendes Recht und unbe­d­ingt einzuhal­ten.

Gibt es auch Rechte in der Datenschutzgrundverordnung?

Das mag alles erst ein­mal nach vie­len lästi­gen Pflicht­en klin­gen, aber wir dür­fen dabei nicht vergessen, dass jed­er von uns als Pri­vat­per­son auch entsprechende Rechte genießt. So haben wir ein Auskun­fts- und Infor­ma­tion­srecht sowie ein Beschw­erderecht bei den Auf­sichts­be­hör­den der Län­der. Der Schutz unser­er per­so­n­en­be­zo­ge­nen Dat­en wird durch andere Unternehmen und Dien­stleis­ter also eben­falls gewahrt.

Was passiert bei Missachtung der DSGVO Vorschriften?

Wer­den die Pflicht­en und Vorschriften aus der EU-DSGVO sowie dem BDSG-neu nicht erfüllt oder einge­hal­ten, dro­hen Kon­se­quen­zen. Diese wer­den in den Artikeln 82–84 der DSGVO behan­delt. Art. 83 behan­delt detail­liert die all­ge­meinen Bedin­gun­gen für die Ver­hän­gung von Geld­bußen. Bei ein­er Bußgeld­höhe von 10.000.000€ bis 20.000.000€ bzw. von zwei bis vier Prozent des weltweit erwirtschafteten Jahre­sum­satzes eines Unternehmens, stellt sich gar nicht die Frage, ob man han­deln und sich auf die EU-DSGVO vor­bere­it­en sollte.
Denken Sie noch, dass Sie das The­ma nicht bet­rifft und ohne­hin keine Auf­sichts­be­hörde kon­trol­lieren wird, ob Ihr Unternehmen daten­schutzkon­form han­delt? Das ver­häng­nisvolle daran ist, dass Sie in der Regel nicht allein für den Schutz der Dat­en ver­ant­wortlich sind. Sie müssen auch Sorge dafür tra­gen, dass Ihre Auf­tragsver­ar­beit­er daten­schutzkon­form han­deln und sich dahinge­hend durch einen Ver­trag absich­ern. Wenn Sie mehr über das The­ma Auf­trags­daten­ver­ar­beitung erfahren möcht­en, schauen Sie sich den Artikel 28 der DSGVO an.

Was bedeutet der Countdown der DSGVO für Sie?

Es wird höch­ste Zeit, sich inten­siv mit der The­matik auseinan­derzuset­zen und entsprechende Anpas­sun­gen hin­sichtlich des betrieblichen Daten­schutzes, ins­beson­dere für per­so­n­en­be­zo­gene Dat­en, vorzunehmen. Dazu zählen nicht nur Kun­den- und Bewer­ber­dat­en, son­dern auch die Ihrer Mitar­beit­er und Mitar­bei­t­erin­nen und natür­lich Ihre eige­nen. Wir bei pro­Job haben fest­gestellt, dass während der Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma immer wieder neue Fra­gen auf­tauchen, denen man nachge­hen muss. Also, wenn Sie noch nicht begonnen haben, sich mit dem The­ma auseinan­derzuset­zen, zögern Sie nicht und fan­gen Sie noch heute damit an.
Die ganze Verord­nung find­en Sie unter https://dsgvo-gesetz.de/
In unserem näch­sten Beitrag wer­den wir Ihnen einen Ein­blick in unseren Weg zur DSGVO gewähren.
Her­zliche Grüße von Ihrem pro­Job Team
PS: Abschließend möchte ich Sie darauf hin­weisen, dass unsere Beiträge zur DSGVO wed­er eine indi­vidu­elle Rechts­ber­atung erset­zen kön­nen noch sollen. Unsere Beiträge basieren zwar auf unser­er inten­siv­en Auseinan­der­set­zung mit dem The­ma, den­noch enthal­ten sie keine rechtlich verbindlichen Infor­ma­tio­nen.

Sie wollen mehr über dieses Thema erfahren?
Sprechen Sie uns direkt an unter +49 221 1390-474 oder schreiben Sie uns:


Jetzt Kontakt aufnehmen

Kennen Sie alle Geheimcodes im Arbeitszeugnis?

proJob auf dem Weg zur DSGVO

Wie hat Ihnen dieser Blogbeitrag gefallen?


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Seien Sie der Erste, der unseren Beitrag bewertet.)
Loading...