Gamification im Personalwesen

27.06.2019 | Dragana Mitrovic |

Die Grundlagen von Gamification

Gam­i­fi­ca­tion hat sich in den let­zten Jahren von einem Trend zu einem fes­ten Bestandteil unseres All­t­ags entwick­elt, auch wenn uns dies nicht immer bewusst ist. Super­märk­te lock­en mit Bonus­pro­gram­men, Spiele zum Sprachen­ler­nen wer­den mil­lio­nen­fach herun­terge­laden, selb­st das eigene Sport­pro­gramm soll durch spielerische Aspek­te reizvoller gemacht wer­den.

Auch in der Arbeitswelt sind die Ele­mente der Gam­i­fi­ca­tion mit­tler­weile angekom­men und helfen uns, den beru­flichen All­t­ag und seine Her­aus­forderun­gen zu vere­in­fachen.

Aber was genau bedeutet Gam­i­fi­ca­tion über­haupt? Eine all­ge­meine Def­i­n­i­tion find­et sich im Wirtschaft­slexikon Gabler, das Gam­i­fi­ca­tion als

die Über­tra­gung von spiel­typ­is­chen Ele­menten und Vorgän­gen in spiel­fremde Zusam­men­hänge”

beschreibt, um so konkrete Her­aus­forderun­gen durch eine spielerische Gestal­tung zu vere­in­fachen und damit einen Anreiz zu schaf­fen, sich diesen zu wid­men.

Gam­i­fi­ca­tion greift auf Ele­mente der Psy­cholo­gie zurück und schafft durch Anerken­nung und Beloh­nung Erfol­gser­leb­nisse, die zur Weit­er­ar­beit motivieren. Darüber hin­aus sorgt der Unter­hal­tungsef­fekt für ein stetiges Inter­esse an der Beschäf­ti­gung mit dem Pro­jekt, das auf lange Sicht zum Erre­ichen der geset­zten Ziele führt.

Um Gam­i­fi­ca­tion erfol­gre­ich auf ein Pro­jekt anzuwen­den, soll­ten zunächst die über­greifend­en Ziele bes­timmt wer­den und diese darauf auf­bauend mit­tels passender Gam­i­fi­ca­tion-Ele­mente prak­tisch umge­set­zt wer­den.

Gamification in der Arbeitswelt

Im Arbeit­sall­t­ag wird Gam­i­fi­ca­tion von Unternehmen beispiel­sweise zur Wis­sensver­mit­tlung, für Team­build­ing­maß­nah­men oder für die Kun­den- und Mitar­beit­erbindung genutzt. Die wohl nahe­liegend­sten Vorteile gegenüber den herkömm­lichen Meth­o­d­en sind hier­bei Spaß und Unter­hal­tung, ger­ade bei weniger reizvollen Auf­gaben. Durch das Auf­greifen spielerisch­er Aspek­te und die Über­tra­gung dieser auf beru­fliche Kon­texte wird nicht nur auf kurzfristige Sicht ein neuer Anreiz geschaf­fen, sich mit der entsprechen­den Auf­gabe zu beschäfti­gen, son­dern auch die langfristige Moti­va­tion hier­für gestärkt.

Durch stetiges Feed­back (beispiel­sweise in Form von Ran­glis­ten oder Punk­tesys­te­men) bekommt der Anwen­der jed­erzeit die Möglichkeit, seine eigene Leis­tung einzuschätzen und mit Anderen zu ver­gle­ichen. Selb­st kle­in­ste Erfolge inner­halb dieser spielerischen Umge­bung, wie zum Beispiel das Erre­ichen eines neuen Lev­els oder virtuelle Ausze­ich­nun­gen für erre­ichte Leis­tun­gen, belohnen den Nutzer für seine Tätigkeit und spornen ihn gle­ichzeit­ig an, die näch­ste Stufe zu erre­ichen. Ger­ade der Ver­gle­ich mit Kol­le­gen oder Fre­un­den und der daraus resul­tierende Drang, sich gegen­seit­ig zu über­bi­eten, kann als zusät­zlich­er Antrieb dienen und diesen Effekt noch ver­stärken. Ein klas­sis­ches Prinzip, das sich auch viele Mobile Games zunutze machen.

Den Gen­er­a­tio­nen Y und Z, die mit Videospie­len aufgewach­sen und mit ihren Prinzip­i­en und Mechaniken ver­traut sind, wird durch die Nutzung bekan­nter spielerisch­er Ele­mente zudem die Möglichkeit gegeben, sich in neuen Umge­bun­gen und Auf­gaben leichter zurechtzufind­en und mögliche anfängliche Hem­mungen schneller abzule­gen. Neue The­men und Fachge­bi­ete kön­nen so bess­er greif­bar gemacht und ver­mit­telt wer­den.

Gam­i­fi­ca­tion find­et jedoch nicht nur in inter­nen Maß­nah­men Anwen­dung, son­dern dient ver­mehrt auch als Mit­tel zur Kun­den- und Mitar­beit­erbindung. Durch die spielerischen Ele­mente wer­den diese dazu angeregt, sich frei­willig mit dem Unternehmen und dessen Ange­bot zu beschäfti­gen und bauen somit in kurz­er Zeit eine pos­i­tive Bindung zu diesem auf. Die Moti­va­tion, weit­er­führende Erfolge in der Spielumge­bung zu erre­ichen, schafft eine langfristige Beziehung zwis­chen Kun­den und Unternehmen.

Obwohl immer mehr Unternehmen Gam­i­fi­ca­tion in ihre Kul­tur inte­gri­eren, gehört dies jedoch noch längst nicht zum Stan­dard. Eine gut gemachte Ein­bindung spielerisch­er Ele­mente in den Arbeits- und Bewer­bung­sprozess kann also auch zur Verbesserung des Employ­er Brand­ings genutzt wer­den, um vor allem die junge Gen­er­a­tion für das eigene Unternehmen zu begeis­tern.

Gamification im Personalwesen

In unseren Beratung­spro­jek­ten nutzen wir Ele­mente der Gam­i­fi­ca­tion, um so Infor­ma­tio­nen bess­er ver­mit­teln und die geset­zten Ziele effek­tiv­er erre­ichen zu kön­nen. Da sich die indi­vidu­ellen Vor­lieben in Bezug auf spielerische Ele­mente stark unter­schei­den kön­nen, leg­en wir hohen Wert darauf, dass die Maß­nah­men auf die Wün­sche und Präferen­zen unser­er Teil­nehmer zugeschnit­ten sind, um das best­mögliche Ergeb­nis zu erzie­len. So nutzen wir sen­si­bil­isierende Übun­gen, wie zum Beispiel das Jonglieren oder das Bauen von Tür­men, um die Teil­nehmer motorisch direkt in die Auf­gabe mit einzubeziehen und mit all ihren Sin­nen auf die zu ver­mit­tel­nden Inhalte zu fokussieren. Die vor­ange­gan­gene physis­che Aktiv­ität fördert darüber hin­aus sowohl die Auf­nah­me­fähigkeit von the­o­retis­chem Wis­sen, wie auch das direk­te Erleben der zuvor besproch­enen The­o­rie.

Um die Teil­nehmer an abstrak­te The­men her­anzuführen, greifen wir auf visu­al­isierende Ele­mente zurück. In Form szenis­ch­er The­ater­spiele kön­nen unternehmerische, aber auch per­sön­liche Werte und Visio­nen greif­bar gemacht und ermit­telt wer­den.

In unseren Team-Coach­ings nutzen wir Chal­lenges und Spiele, um den Zusam­men­halt untere­inan­der zu stärken und dem Team Raum zu geben, sich selb­st weit­erzuen­twick­eln. Durch die spielerische Gestal­tung wer­den die einzel­nen Team­mit­glieder zur aktiv­en Mitar­beit ermutigt und mögliche Hem­mungen genom­men. Spielerische Auf­gaben wie beispiel­sweise eine fik­tive Schatz­suche set­zen Kom­mu­nika­tion und Tea­mar­beit voraus, um gemein­sam das geset­zte Ziel zu erre­ichen.

Fazit

Zusam­men­fassend lässt sich fes­thal­ten, dass Gam­i­fi­ca­tion als effek­tives Mit­tel im Per­son­al­we­sen einge­set­zt wer­den kann, um geset­zte Ziele schneller, nach­haltiger und motiviert­er zu erre­ichen. Die sin­nvolle Ein­bindung von Ele­menten der Gam­i­fi­ca­tion verdeut­licht jedem Teil­nehmer, dass sich Teams selb­st organ­isieren, koor­dinieren und gemein­schaftlich auf ein Ziel aus­richt­en müssen.

Dass dies nur möglich ist, wenn alle gemein­sam an einem Strang ziehen, ist keine neue Erken­nt­nis und den meis­ten Work­shop-Teil­nehmern the­o­retisch bere­its bekan­nt – doch erst durch das direk­te Erleben der spielerisch gesam­melten Erfahrung bekom­men diese Gedanken eine beson­dere, indi­vidu­ell erlebte Bedeu­tung.

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