Handball-WM 2019 – Was wir von Profisportlern lernen können

09.01.2019 | Stefanie Rasel | Personal & Management

Mor­gen startet die Hand­ball-WM und während wir unser­er National­mannschaft fest die Dau­men drück­en, nehmen wir den Mannschaftss­port ein­mal genauer unter die Lupe.
Hand­ball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je sieben Spiel­ern, beste­hend aus sechs Feld­spiel­ern und einem Tor­wart, mit dem Ziel gegeneinan­der spie­len, den Hand­ball in das geg­ner­ische Tor zu wer­fen. Es gewin­nt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit, durch eine zehn­minüti­gen Pause in zwei Hälften á 30 Minuten aufgeteilt, die meis­ten Tore erzielt hat. Die Feld­spiel­er dür­fen den Ball dabei mit allen Kör­perteilen ober­halb des Knies sowie mit dem Knie selb­st berühren.
Wir wollen der Frage nachge­hen, was wir von Profis­portlern, in diesem Fall von Hand­ballern, ler­nen kön­nen. Die ersten Aspek­te, an die wir bei Mannschafts- und Profis­port denken, sind Diszi­plin, Aus­dauer und Team­spir­it.

Teamspirit

Die gemein­same Zielo­ri­en­tierung begün­stigt den Team­spir­it. Als Mannschaft möglichst oft im Ballbe­sitz zu sein sowie der gemein­same Spielsieg sind die kollek­tiv­en Ziele. Der Sieg lässt sich als Hauptziel betra­cht­en, welch­es während des Spiels durch die Erre­ichung ein­er Vielzahl von Indi­vid­u­alzie­len ver­fol­gt wird. Diese sind durch die ver­schiede­nen Posi­tio­nen der Spiel­er sowie die ver­schiede­nen Auf­gaben­pro­file, wie Abwehr- und Tem­pospiel oder Posi­tion­san­griff, begrün­det.

Gemeinsame Zielorientierung

Hier­aus kön­nen wir ler­nen, dass eine gemein­same Zielo­ri­en­tierung die Basis ein­er pro­duk­tiv­en und effizien­ten Arbeit inner­halb eines Teams bildet. Das bedeutet nicht, dass nicht gle­ichzeit­ig indi­vidu­elle Inter­essen oder Ziele ver­fol­gt wer­den kön­nen, sofern diese auf das gemein­same Ziel ein­zahlen. Um das gemein­same Ziel zu erre­ichen, ist ein tak­tis­ches Spielkonzept von Nöten, welch­es nicht nur die indi­vidu­ellen Stärken der einzel­nen Spiel­er berück­sichtigt und der­art ein­set­zt, dass indi­vidu­elle Stärken voll zur Gel­tung kom­men. Es muss auch auf die Stärken und Schwach­punk­te des jew­eili­gen Geg­n­ers abges­timmt sein. Die Stärken und Schwächen der Einzel­spiel­er bilden fol­glich das Fun­da­ment des Spielkonzepts, welch­es immer wieder an den Geg­n­er angepasst wird.

Stärken und Schwächen

Über­tra­gen auf den Unternehmen­skon­text bedeutet dies, dass eine Unternehmensstrate­gie sich nicht nur an dem Poten­zial der Mitar­beit­er und den Unternehmen­szie­len, son­dern auch an den Stärken und Schwächen der Wet­tbe­wer­ber ori­en­tieren muss.
In der National­mannschaft haben die Spiel­er sit­u­a­tion­s­gerechte und indi­vidu­elle Frei­heit­en. Je nach Typ, Posi­tion und Gegen­spiel­er kön­nen sie sich in Absprache mit ihren Mit­spiel­ern sit­u­a­tion­s­gerecht unter­schiedlich ver­hal­ten. Eine hohe Vari­abil­ität in den Abschlussreak­tio­nen erfordert ein bre­ites, viel­seit­iges Aktions- und Posi­tion­sreper­toire seit­ens der Spiel­er.

Entfaltungsspielraum

Es wird deut­lich, dass Posi­tion­sin­hab­er einen Ent­fal­tungsspiel­raum benöti­gen, in dem sie ihre indi­vidu­ellen Stärken ausleben und ihr volles Poten­zial ent­fal­ten kön­nen. Dies impliz­it ein gewiss­es Maß an Flex­i­bil­ität, um jed­erzeit sit­u­a­tion­s­gerecht agieren zu kön­nen. Neben per­sön­lichen Stärken besitzt jed­er auch Schwächen. Ich sehe in diesem Kon­text bewusst von dem Begriff „Entwick­lungs­felder“ ab, da nicht alle Schwächen gezwun­gener­maßen ange­gan­gen wer­den müssen. Häu­fig ist es sin­nvoller Stärken zu stärken. Umso wichtiger ist es, dass die Anforderun­gen an einen Posi­tion­sin­hab­er mit dessen Stärken übere­in­stim­men. Andere Posi­tio­nen kom­pen­sieren besten­falls vorhan­dene „Schwach­stellen“.

Individualität und Perspektivwechsel

Daraus ergibt sich auch, dass es in jed­er Inter­ak­tion zu berück­sichti­gen gilt, dass alle Beteiligten indi­vidu­elle Stärken und Schwächen sowie Ziele und Bedürfnisse haben. Dies gilt gle­icher­maßen für Inter­ak­tio­nen mit Vorge­set­zten und Kol­le­gen als auch mit Kun­den, Dien­stleis­tern und Geschäftspart­nern. Es kommt darauf an, sich auf sein Gegenüber einzustellen und auch ein­mal die Per­spek­tive zu wech­seln.

Agieren statt Reagieren

Beim Hand­ball ist es ele­men­tar, zu agieren statt zu reagieren, um den Ball für die eigene Mannschaft zu gewin­nen. Um Ballbe­sitz zu erlan­gen, ist es notwendig, den Angriff der geg­ner­ischen Mannschaft möglichst per­ma­nent unter Druck zu set­zen und dessen Aus­löse­hand­lun­gen zu stören. Dies erfol­gt dadurch, dass Gegen­spiel­er in schlechte Wurf­po­si­tio­nen gezwun­gen, zu Fehlpässen ver­leit­et oder ihre Pass­wege block­iert wer­den. Dazu ist es unab­d­ing­bar, Pässe vorauszuah­nen, Räume zu veren­gen und aktiv anzu­greifen.
Agieren statt zu reagieren ist ein Leit­satz, den wir uns abschauen und öfter ein­mal ins Gedächt­nis rufen soll­ten. Er bedeutet wed­er kopf­los nach vorne zu preschen noch zu lange abzuwarten. Vielmehr bedeutet er ständig am Ball zu bleiben, Trends nicht nur im Auge zu behal­ten, son­dern auch mit voranzutreiben, den Mut aufzubrin­gen auch ein­mal Vor­re­it­er zu sein.

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