Ist die Freiwilligkeit eine Notwendigkeit im Coaching?

23.05.2018 | Andreas Richter | Personal & Management

Schon seit Ende der 90er Jahre bieten wir für Fach- und Führungskräfte Coach­ing zu den unter­schiedlichen Schw­er­punk­t­the­men, wie z.B. Führung, beru­fliche Verän­derung oder Strate­gie. Oft­mals find­en Coach­ings aber nicht auf Wun­sch oder Ini­tia­tive des Coachees statt, oder die Gründe für die Auf­nahme eines Coach­ings wer­den nicht aus­führlich erläutert. Die Frei­willigkeit gilt in Fachkreisen allerd­ings bis­lang als Notwendigkeit für das Gelin­gen eines Coach­ings, wobei wir noch keine Quelle ent­deckt hat­ten, in der dies sig­nifikant nachgewiesen wer­den kon­nte.
Dabei ist der Coach­ing Boom in Deutsch­land unge­brochen, da diese Art der Per­son­alen­twick­lung als eine der beliebtesten und erfol­gver­sprechend­sten gilt. Wie also wirkt sich ein „aufer­legtes“ Coach­ing auf den Erfolg der Maß­nahme aus und welche Gedanken und Bedenken haben Coachees hier­bei? Dieser Frage wollte ich als aktiv­er Coach gerne ein­mal auf den Grund gehen.

proJob unterstützte eine entsprechende Studie an der Hochschule Fresenius

Im Rah­men ein­er Bachaelor Arbeit unter­stützte ich daher mit fach­lichem Rat die Abschlus­sar­beit der Fre­se­nius Absol­ventin Rebec­ca Wal­len­born an der Hochschule Fre­se­nius im Fach­bere­ich Wirtschaft & Medi­en in Ham­burg und stand auch als Zweit­prüfer zur Ver­fü­gung. Den Aus­gangspunkt der Unter­suchung stellte das The­ma „Frei­willigkeit im Coach­ing und deren Auswirkun­gen auf den Erfolg des Coach­ings“ dar. Anhand ein­er quan­ti­ta­tiv­en Unter­suchung in Form eines Frage­bo­gens wur­den 84 Coachees zu den Erfahrun­gen und Erwartun­gen an ihr let­ztes Coach­ing befragt und zusät­zlich rel­e­vantes Sekundär­ma­te­r­i­al aus­gew­ertet.

Ergebnisse der Studie zur Freiwilligkeit im Coaching

Die durchge­führte Studie hat ergeben, dass Frei­willigkeit, die eigene Ein­stel­lung und die Selb­st­wirk­samkeit­ser­wartung dur­chaus einen sig­nifikan­ten Ein­fluss auf den Coachinger­folg haben. Die Coach­ingziele wer­den eher erre­icht, wenn:
• die Coachees den Ein­druck haben, das Coach­ing aus eigen­em Antrieb durchzuführen und
• eine pos­i­tive Ein­stel­lung dem Coach­ing gegenüber auf­brin­gen,
• wie auch der Überzeu­gung sind, mit­tels Coach­ing vorher gesteck­te Ziele erre­ichen zu kön­nen.
Die Coachees bew­erteten dann die Maß­nahme als erfol­gre­ich­er und waren im Anschluss zufrieden­er.
Im Gegen­satz dazu kon­nte hinge­gen kein bedeu­ten­der Ein­fluss des Umfeldes der Coachees, oder der wahrgenomme­nen Kon­trolle der Coachees auf den Erfolg der Maß­nahme nachgewiesen wer­den. Die Mei­n­ung des Coach­ing Umfeldes bee­in­flusst den Coachinger­folg genau­so wenig, wie das Empfind­en die volle Hand­lungskon­trolle über die Coach­ing­maß­nahme zu haben, so lange die Gründe für die Teil­nahme an den Coach­ingsitzun­gen für den Coachee nachvol­lziehbar sind.
Grund­sät­zlich zeigte sich, dass durch Coach­ing vorher geset­zte Ziele erre­icht wur­den und Coachees erneut an einem Coach­ing teil­nehmen wür­den. Anhand der Unter­suchungsergeb­nisse wur­den diverse Hand­lungsempfehlun­gen abgeleit­et, welche die Wahrschein­lichkeit eines erfol­gre­ichen Coach­ing­sprozess­es erhöhen kön­nen. Eine Haupterken­nt­nis für die Prax­is ist, dass genaue Erläuterun­gen darüber, was Coach­ing leis­ten kann und was nicht eben­so wichtig sind, wie dem Coachee die Möglichkeit zu geben, das Coach­ing selb­st gestal­ten zu kön­nen und seine Zus­tim­mung zu dem Prozess zu gewin­nen.

Welche Erfahrung haben Sie mit der Freiwilligkeit im Coaching gemacht?

Wie sehen Ihre Erfahrun­gen zu diesem The­ma als Coachee oder Coach aus? Hin­ter­lassen Sie uns dazu gerne einen Kom­men­tar. Wir sind ges­pan­nt, was Sie darüber denken.
Her­zliche Grüße,
Ihr Andreas Richter
Geschäfts­führen­der Gesellschafter pro­Job Per­son­al- und Unternehmens­ber­atung GmbH

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