Neuro-Linguistisches Programmieren (NLP) — was ist das?

28.11.2018 | Stefanie Rasel | News

Vor kurzem habe ich ein einein­halbtägiges NLP-Basis­sem­i­nar bei “Tuma Sem­i­nare Köln” besucht und mich in die Welt des Neu­ro-Lin­guis­tis­chen Pro­gram­mierens ent­führen lassen. Zugegeben­er­maßen hielt sich meine Moti­va­tion nach einem nor­malen Arbeits-Fre­itag zunächst in Gren­zen, doch dann war ich über­rascht, wie schnell die Zeit von 17 bis 21 Uhr ver­strichen ist. Anschließend freute ich mich sog­ar auf die Fort­set­zung am Fol­ge­tag. Wir waren eine sehr kleine Teil­nehmer­gruppe, sodass wir viele inter­ak­tive Übun­gen durchge­führt haben und die Bedürfnisse, Fra­gen und Anre­gun­gen jedes Teil­nehmers berück­sichtigt wur­den. Für mich per­sön­lich war das Sem­i­nar eine Bere­icherung, da ich viele Impulse bekom­men habe, die ich sowohl im beru­flichen als auch im pri­vat­en Umfeld nutzen kann.

Kommunikationsprozesse sind niemals eindeutig

Men­schen empfind­en und bew­erten Sit­u­a­tio­nen auf ihre eigene Art und Weise, was sich wiederum auf ihr Han­deln auswirkt. Wir kom­mu­nizieren mit unseren Mit­men­schen, indem wir mit Ihnen sprechen, schweigen oder uns non­ver­bal aus­drück­en. Außer­dem senden wir durch unseren Ton­fall, unsere Gestik und unsere Mimik Sig­nale, doch nicht immer wer­den diese von anderen so aufge­fasst, wie es von uns beab­sichtigt war. Wir alle ken­nen sowohl beru­flich als auch pri­vat die Sit­u­a­tion, dass wir einen gut gemein­ten Rat geben, aber unser Gegenüber in eine Vertei­di­gungs-/Recht­fer­ti­gungspo­si­tion ein­nimmt oder auch umgekehrt. Wann haben Sie sich zulet­zt gerecht­fer­tigt, obwohl es Ihr Gegenüber nur gut mit Ihnen meinte?

Das Meta Modell der Sprache

In diesem Mod­ell wird zwis­chen ein­er Ober­flächen­struk­tur und ein­er Tiefen­struk­tur unter­schieden. Während die Ober­flächen­struk­tur das wörtlich Gesagte abbildet, bildet die Tiefen­struk­tur die Bedeu­tung des Gesagten aus der Per­spek­tive des Sprech­ers ab. Die Bedeu­tung, welche der Sprech­er dem wörtlich Gesagten gibt, ist abhängig von seinem Erleb­nish­in­ter­grund, also sein­er sub­jek­tiv­en Wirk­lichkeit. Der Hörende hinge­gen nimmt den gesagten Satz (Ober­flächen­struk­tur) wahr und verbindet ihn mit sein­er eige­nen Tiefen­struk­tur. Ide­al­er­weise wird in ein­er Kom­mu­nika­tion durch bes­timmte Fragestel­lun­gen die sub­jek­tive Wirk­lichkeit des jew­eils anderen erkun­det. Weicht die Ober­flächen­struk­tur offen­bar von der Tiefen­struk­tur ab, han­delt es sich um eine Meta­mod­el­lver­let­zung. Dies geschieht häu­fig durch Gen­er­al­isierung, Tilgung und Verz­er­rung. Das heißt Teile ein­er gemacht­en Erfahrung wer­den ver­all­ge­mein­ert, aus­geklam­mert oder anders dargestellt als sie sich ereignet haben. Durch gezieltes Nach­fra­gen kön­nen diese Ver­let­zun­gen jedoch reduziert wer­den.

Doch was ist Neuro-Linguistisches Programmieren überhaupt?

Neu­ro-Lin­guis­tis­ches Pro­gram­mieren beschäftigt sich mit der Frage wie Sprache und Kom­mu­nika­tion unser Denken und Han­deln bee­in­flussen. NLP trägt dazu bei, Kom­mu­nika­tion­sprozesse bess­er zu ver­ste­hen und zu steuern. Dabei ste­ht der Begriff Neu­ro für die Gesamtheit der inneren und äußeren Wahrnehmung­sprozesse, die durch das neu­ronale Sys­tem autonom ges­teuert wer­den. Lin­guis­tis­ches ste­ht für die sprach­liche Ver­ankerung aller Wahrnehmungen. Zudem dient Sprache als Instru­ment, um Verän­derun­gen in der Ein­stel­lung und im Ver­hal­ten her­beizuführen. Der Begriff Pro­gram­mieren beschreibt, dass bes­timmte Ver­hal­tens­muster durch Erfahrun­gen etabliert wer­den. Diese Ver­hal­tens­muster und Glaubenssätze sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und kön­nen umpro­gram­miert bzw. verän­dert wer­den.

Sprache als Instrument, um Veränderungen in der Einstellung und im Verhalten herbeizuführen

Ein ein­fach­es Beispiel: Wir alle ken­nen diese Sätze, die mit den Wörtern “Ich muss…” begin­nen. Zum Beispiel “Ich muss aufräu­men, putzen und kochen”. Dies klingt zunächst nach ein­er unlieb­samen Verpflich­tung. Typ­is­che Auf­gaben, die gemacht wer­den müssen, aber nicht von jedem gerne aus­ge­führt wer­den. Durch die For­mulierung “Ich muss” wird statt eines pos­i­tiv­en Gefühls eher ein Neg­a­tives aus­löst.
Was ist aber, wenn ich eine For­mulierung wäh­le, die aus­drückt, dass ich mich bewusst dazu entschei­de, aufzuräu­men, zu putzen und zu kochen?  Die For­mulierung kön­nte laut­en: “Ich entschei­de mich dafür, aufzuräu­men und zu putzen, weil ich mich in ein­er sauberen Woh­nung zum einen wohler füh­le und zum anderen lieber Gäste emp­fange. Außer­dem entschei­de ich mich dafür zu kochen, weil selb­st zubere­it­ete Gerichte aus frischen Zutat­en bess­er schmeck­en”.
Wenn ich also die zwang­hafte For­mulierung “Ich muss” durch eine For­mulierung erset­ze, die mir gle­ichzeit­ig einen Grund aufzeigt, weshalb ich mich dazu entsch­ieden habe, etwas zu tun, betra­chte ich die Auf­gabe aus ein­er anderen Per­spek­tive und führe diese mit weniger Unmut aus. Dieses Beispiel lässt sich auf den beru­flichen Kon­text über­tra­gen. Angenom­men, es ste­ht ein Meet­ing oder ein Tele­fonat an, welch­es Sie zunächst der “Ich muss” Schublade zuord­nen. Wie verän­dert sich Ihre Ein­stel­lung zu dem Meet­ing oder Tele­fonat, wenn Sie den fol­gen­den Satz in Gedanken fort­führen: “Ich entschei­de mich dafür, an dem Meet­ing teilzunehmen/das Tele­fonat zu führen, weil…”

NLP bietet vielfältige Möglichkeiten, aber auch Raum für Kritik

Auch wenn es sich bei dem Basis­sem­i­nar nur um eine Ein­führung in die Welt des NLP han­delt, habe ich ver­schiedene Ein­satzmöglichkeit­en ken­nen­gel­ernt. Mith­il­fe von NLP Meth­o­d­en kön­nen nicht nur Kom­mu­nika­tions- son­dern auch Motivations‑, Lern‑, Verkaufs- und Entschei­dung­sprozesse verbessert wer­den. Ich würde zwar nicht unter­schreiben, dass NLP Ken­nt­nisse und Meth­o­d­en aus­nahm­s­los zu mehr Glück, Reich­tum und Erfolg beitra­gen, aber es kann Ansätze und Impulse geben, andere Wahrnehmungsper­spek­tiv­en einzunehmen.
NLP ist sehr anwen­dung­sori­en­tiert und ste­ht daher in der Kri­tik, wis­senschaftlich nicht fundiert zu sein. Mein­er per­sön­lichen Mei­n­ung nach Bedarf es auch nicht zwangsläu­fig eines wis­senschaftlichen Zugangs. Zudem behaupten böse Zun­gen, NLP sei manip­u­la­tiv und NLP Anwen­der seien mit Mit­gliedern ein­er Sek­te zu ver­gle­ichen. Auch das halte ich offen ges­tanden für unsin­nig.
Wenn ich davon überzeugt bin, dass gewisse Meth­o­d­en und Tech­niken zu meinem Erfolg beitra­gen, z.B. weil ich damit in der Ver­gan­gen­heit bere­its regelmäßig gute Erfahrun­gen gemacht habe, kann ich das doch mit Begeis­terung an andere weit­ergeben oder mich mit Gle­ich­gesin­nten dazu aus­tauschen. NLP schreibt wed­er Ver­hal­tensweisen vor, deren Mis­sach­tung zu Sank­tio­nen führt noch gibt es richtige oder falsche Auf­fas­sun­gen / Wahrnehmungen der Welt. Es ist ein­er der Grundgedanken des NLP, dass jed­er eine sub­jek­tive Wahrnehmung der Welt hat. Gegenüber abwe­ichen­den Wahrnehmungen herrscht Ver­ständ­nis. Zudem gibt es keine Zugangs­beschränkung und es ste­ht jedem frei, ob er sich mit NLP auseinan­der­set­zt oder nicht.
Ich per­sön­lich werde das The­ma für mich weit­er ver­fol­gen und mich im kom­menden Jahr vielle­icht ein­er ein­er NLP-Basisaus­bil­dung stellen.

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