Was Social Distancing für die*den MitarbeiterIn, die Zusammenarbeit im Team und die Auswirkungen auf die Team- und Unternehmenskultur bedeutet

02.04.2020 | Dragana Mitrovic |

Bevor wir starten, lassen Sie uns zunächst auf ein neues Wort eini­gen: phys­i­cal dis­tanc­ing. Sie wer­den uns bes­timmt zus­tim­men, dass „soziale Distanz“/“soziale Iso­la­tion“ zu kein­er Zeit gesund für Wohlbefind­en und Psy­che ist, vor allem aber nicht in ein­er Zeit, in der Unsicher­heit und Äng­ste all­ge­gen­wär­tig sind.

Egal ob wir Per­son­alerIn, Mitar­bei­t­erIn, oder Führungskraft in der aktuellen Krise sind, sind wir alle an erste Stelle ein Men­sch. Und ein gesun­der Men­sch benötigt für das psy­chis­che Wohlbefind­en, Aus­tausch mit Anderen und soziale Kon­tak­te. Unab­hängig davon, aus welchem Par­a­dig­ma der Psy­cholo­gie wir das Men­schen­bild als Basis nehmen, basiert men­schlich­es Han­deln meist aus dem Zusam­men­wirken von Indi­vidu­um und Außen­welt. Betra­cht­en wir den Men­schen, bzw. in unserem Fall die*den Mitar­bei­t­erIn, aus der Sicht der human­is­tis­chen Psy­cholo­gie; sind neben der Ganzheit und Autonomie, soziale Inter­de­pen­denz, Selb­stver­wirk­lichung, sowie Ziel- und Sin­nori­en­tierung zen­trale Merk­male des Men­schen­bilds. Sie sehen sel­ber, aktuell sind diese Aspek­te eher zweitrangig und wir ver­ständi­gen uns gemein­schaftlich auf #stay­ath­ome und #flat­ten­the­curve Ver­hal­tensweisen. Wir zeigen Ver­ant­wor­tung für unsere Mit­men­schen und stellen uns und unsere Bedürfnisse zurück. Diese aktuelle, wir wür­den sagen: atyp­is­che Sit­u­a­tion, sind wir allerd­ings alles andere als gewohnt und es kommt nun darauf an, „das Beste daraus zu machen“.

Was können wir für MitarbeiterInnen, KollegInnen, die Zusammenarbeit im Team und die Team- und Unternehmenskultur tun?

Neben dem Ermöglichen des mobilen und dig­i­tal­en Arbeit­ens, sind Wohlbefind­en eines jeden selb­st und die Aufrechter­hal­tung der sozialen Kon­tak­te von großer Bedeu­tung. Als z.B. Führungskraft haben Sie eine beson­ders wichtige Rolle. Bleiben Sie sich dabei in dieser Zeit treu und geben Sie in Ihrem Wort­laut Ihre run­terge­broch­ene Team-Strate­gie, abgeleit­et aus der Ihres Unternehmens, an Ihre Kol­legIn­nen weit­er. Vere­in­baren Sie weit­er­hin regelmäßige, dig­i­tale Besprechun­gen. Führen Sie Ihr Team, wie eine Sport­mannschaft, die in der Ver­längerung spielt — das Ziel vor Augen hal­tend und auf das Wesentliche konzen­tri­erend: alle am Ball zu behal­ten und motiviert bis zum Ende der Krise das Ergeb­nis hal­ten – in diesen Zeit­en kommt es auf Sie und die Mannschaft an.

Acht­en Sie per­sön­lich darauf (unab­hängig der Hier­ar­chi­estufe), dass Sie einen geregel­ten Tagesablauf haben, dass Sie so viel „Nor­mal­ität“, wie es nur möglich ist, beibehal­ten. Trauen Sie sich an Auf­gaben und Pro­jek­te, für die Sie vorher keine Zeit und Muße hat­ten. Feiern Sie beson­ders auch kleine Erfolge, die Sie im typ­is­chen Arbeit­sall­t­ag nicht als solche gese­hen hät­ten. „Refra­men“ (ein Tool aus dem Coach­ing) d.h. inter­pretieren Sie phys­i­cal dis­tanc­ing um.

Ändern Sie nicht Ihre gewohn­ten Ver­hal­tensweisen, kon­tak­tieren Sie kurz die Kol­le­gin, um bei einem Kaf­fee den Aufreger des Tages zu besprechen – machen Sie das nicht mehr physisch, Stich­wort „phys­i­cal dis­tanc­ing“, son­dern mobil, per Tele­fon, Teams etc.. Hal­ten Sie Kon­takt, denn eins ist gewiss: irgend­wann sitzen Sie wieder im Büro, an Ihrem Schreibtisch und PC und dann wollen Sie weit­er­hin sich non­ver­bal mit Ihren Kol­legIn­nen aus­tauschen kön­nen, ver­ler­nen Sie es nicht und machen Sie die Kam­era an, tele­fonieren Sie los! Sie haben sich weit­er­hin so viel zu sagen, das Pro­gramm hakt immer noch an der Stelle, wie es vor zwei Wochen getan hat, der Stift ver­färbt Ihre Fin­ger immer noch so selt­sam, der Kol­lege weiß immer noch, mit welch­er Tas­tenkom­bi­na­tion, Sie welchen Befehl erhal­ten – lassen Sie sich nicht zu weniger Kom­mu­nika­tion hin­reißen, ändern Sie nur die Art und Weise. Stim­men Sie regelmäßige Videochats ab, z.B. je nach Bedarf ein­mal täglich, oder an bes­timmten Wochen­tag.

In solchen Krisen­si­t­u­a­tio­nen wird näm­lich Ihre Team- und Unternehmen­skul­tur auf die Probe gestellt. Sind Sie wirk­lich so offen und teamor­i­en­tiert, wie Sie es sich wün­schen wür­den? Jet­zt ist der beste Zeit­punkt, sich als Team zu reflek­tieren und neue Möglichkeit­en in die „alten Vorge­hensweisen“ zu ergänzen. Ler­nen Sie sich von ein­er neuen Seite ken­nen, zuhause, in gemütlich­er Klei­dung, mit der Lieblingstasse in der Hand.

Wenn diese atyp­is­che Sit­u­a­tion sich wieder „nor­mal­isiert“, gehen Sie als gestärk­tes Team aus der ganzen Sache raus, da Sie, egal welch­er Teamthe­o­rie Sie fol­gen, ein wesentlich­es Merk­mal eines Teams erfüllt haben: Sie haben ein gemein­schaftlich­es Ziel erre­icht: Sie haben zusam­men die Krise über­standen. Egal, wie der Aus­gang sein mag, welche Umsatzein­bußen Sie möglicher­weise erlei­den wer­den, welche Kun­den eventuell absprin­gen wer­den – eins ist wichtig: den „Wieder- bzw. Neustart“, die Umsatz­gener­ierung und das Auf­bauen des Geschäfts, schaf­fen Sie nur mit und als Team. Deswe­gen „hegen und pfle­gen“ Sie Ihre sozialen Kon­tak­te, Ihr Team, Ihre Kol­legIn­nen, aber auch Ihre Führungskraft.

Wenn es soweit ist und wie Sie bei der Tea­men­twick­lung unter­stützen kön­nen, freuen wir uns über Ihre Anfrage.

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