Wissensmanagement und Personalmanagement?!

06.06.2018 | Stefanie Rasel | Personal & Management

Haben Sie schon ein­mal hin­ter­fragt, weshalb das The­ma Wis­sens­man­age­ment oft­mals im Bere­ich des Per­sonal­man­age­ment aufge­grif­f­en wird? Dies kann in der zen­tralen Schnittmenge begrün­det liegen: dem Mitar­beit­er als Wis­sensträger. Von der Rekru­tierung neuer Mitar­beit­er über das Onboard­ing, die Beschäf­ti­gungs­dauer bis hin zum Off­board­ing, hat Wis­sen eine ele­mentare Bedeu­tung.
Es ist kein Geheim­nis, dass der Men­sch als Wis­sensträger im Pro­duk­tions- und Dien­stleis­tungssek­tor durch seinen Ideen­re­ich­tum, seine Denk- und Kom­mu­nika­tions­fähigkeit und seine Wiss­be­gierde zur ökonomis­chen Ressource für Unternehmen gewor­den ist. Die Ressource Men­sch muss sorgfältig aus­gewählt und weit­er entwick­elt wer­den.
Wis­sen, Fähigkeit­en und Fer­tigkeit­en gel­ten im ressourcenori­en­tiert­er Man­age­men­tansatz als imma­terielle Ressourcen, die in vie­len Branchen eine Quelle langfristiger Wet­tbe­werb­svorteile darstellen. Doch um diese Ressourcen gewinnbrin­gend ein­set­zen zu kön­nen, müssen sie durch ein ziel­gerichtetes Per­sonal­man­age­ment sowie ein gezieltes Wis­sens­man­age­ment organ­isiert wer­den.
Im Unternehmen fehlen­des Wis­sen muss iden­ti­fiziert wer­den, während das im Unternehmen vorhan­dene Wis­sen bew­ertet und bewahrt wer­den muss. Sowohl fehlen­des Wis­sen als auch eine Infor­ma­tions­flut aus über­flüs­sigem Wis­sen stellen Risiken für Unternehmen dar. Diese gilt es aus Effizien­z­grün­den zu ver­mei­den. Zu den häu­fig­sten Wis­sensprob­le­men zählen Wis­sensver­luste, Wis­senslück­en und Wis­sens­bar­ri­eren.

Wie kann Wissensverlusten vorgebeugt werden?

Wenn Wis­sen zu einem früheren Zeit­punkt bere­its Bestandteil der organ­i­sa­tionalen Wis­sens­ba­sis war, aber aus etwaigen Grün­den nicht mehr zugänglich oder nutzbar ist, wird von einem Wis­sensver­lust gesprochen. Dieser macht sich unmit­tel­bar dadurch bemerk­bar, dass Hand­lun­gen nicht mehr oder mit ein­er schlechteren Per­for­mance aus­ge­führt wer­den. Die Hand­lung­sun­fähigkeit oder –ver­schlechterung bet­rifft entwed­er einzelne Per­so­n­en, Bere­iche oder die ganze Organ­i­sa­tion, obgle­ich noch rudi­men­täre Rest­bände des ehe­ma­li­gen Wis­sens vorhan­den sind.
Wis­sensver­lus­ten kann durch sorgfältige Doku­men­ta­tion expliziten Wis­sens sowie durch Net­zw­erke, zielo­ri­en­tierte Koop­er­a­tio­nen und offene Dialoge vorge­beugt wer­den. Eine organ­isierte Wis­sensteilung ist im speziellen dann uner­lässlich, wenn Mitar­beit­er aus dem Unternehmen auss­chei­den, sei es auf­grund von Pen­sion­ierung oder aus anderen Grün­den.

Wie können Wissenslücken behoben werden?

Während bei einem Wis­sensver­lust das fehlende Wis­sen ehe­mals im Unternehmen vorhan­den war, fehlt das erforder­liche Wis­sen bei der Wis­senslücke grund­sät­zlich. Es war und ist in dem Unternehmen nicht vorhan­den. Wis­senslück­en haben eben­falls Hand­lung­sun­fähigkeit­en oder eine schlechte Per­for­mance zur Folge, die unmit­tel­bar spür­bar wer­den. Eine mögliche Ursache für eine Wis­senslücke ist beispiel­sweise man­gel­ndes Fach­wis­sen, welch­es im Rah­men der Ausbildung/des Studi­ums entwed­er nicht ver­mit­telt oder nicht im Langzeitgedächt­nis gespe­ichert wurde.
Durch Wis­sens­man­age­ment und Poten­zial­analy­sen wer­den sowohl Weit­er­bil­dungs­be­darfe der einzel­nen Mitar­beit­er als auch Lück­en in der organ­i­sa­tionalen Wis­sens­ba­sis aufgedeckt. Infolgedessen kön­nen entsprechende För­der­maß­nah­men zum indi­vidu­ellen Wis­senser­werb (z.B. Coach­ings und Schu­lun­gen) sowie zur Anpas­sung des kollek­tiv­en Wis­sens­be­standes ergrif­f­en wer­den.

Was sind Ursachen für Wissensbarrieren und was kann man dagegen tun?

Wis­sens­bar­ri­eren sind Rah­menbe­din­gun­gen, die ver­hin­dern, dass Wis­sen einge­bracht und genutzt wird, obwohl dieses im Unternehmen vorhan­den ist. Eine wis­sensun­fre­undliche Unternehmen­skul­tur kann dazu führen, dass Mitar­beit­er ihr Wis­sen anderen nicht zur Ver­fü­gung stellen geschweige denn das Wis­sen von anderen nutzen. Sie fürcht­en dadurch erset­zbar zu wer­den oder einen Kom­pe­tenz-/Machtver­lust hin­nehmen zu müssen.
Neben diesen indi­vidu­ellen Ursachen für Wis­sens­bar­ri­eren kön­nen in der Organ­i­sa­tion begrün­dete Ursachen vor­liegen, die kreativ­ität­shem­mend wirken oder den Gestal­tungsspiel­raum der einzel­nen Mitar­beit­er ein­schränken. Dies ist z.B. der Fall, wenn die Unternehmen­skul­tur der­art gestal­tet ist, dass der gegen­seit­ige Aus­tausch oder die Wis­sensteilung uner­wün­scht erscheinen. Die Kon­se­quen­zen von Wis­sens­bar­ri­eren äußern sich nur langfristig. Die Hand­lungs­fähigkeit wird nur ger­ingfügig eingeschränkt, sodass unmit­tel­bare Auswirkun­gen kaum wahrgenom­men wer­den.
Wis­sens­man­age­ment trägt dazu bei, Wis­sens­bar­ri­eren im Unternehmen aus­find­ig zu machen und ver­trauens­bildende Maß­nah­men zu ergreifen, Regeln einzuführen oder der­art zu verän­dern, dass sie Wis­sens­bar­ri­eren ent­ge­gen­wirken.

Sie wollen mehr über dieses Thema erfahren?
Sprechen Sie uns direkt an unter +49 221 1390-474 oder schreiben Sie uns:


Jetzt Kontakt aufnehmen

Ist die Freiwilligkeit eine Notwendigkeit im Coaching?

Welche Rolle spielt die digitale Kompetenz in aktuellen Kompetenzmodellen?

Wie hat Ihnen dieser Blogbeitrag gefallen?


1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Seien Sie der Erste, der unseren Beitrag bewertet.)
Loading...