Führungskräfteentwicklung neu denken und wirksam verankern
Yannik Bonikowski
Kurzüberblick
Ein mittelständisches Sanierungs-Unternehmen mit dezentraler Struktur und gewachsenen Führungsbildern stand vor der Herausforderung, Führung systematisch weiterzuentwickeln und auf ein gemeinsames Verständnis mit höherer Mitarbeitendenorientierung auszurichten.
Unterschiedliche Führungsstile, zunehmende strukturelle Anpassungen und Veränderungen der Branche erforderten eine zukunftsorientierte Neuausrichtung von Mindset, Haltung und Zusammenarbeit der Führungskräfte.
Durch ein systemisches, modular aufgebautes Entwicklungsprogramm entstand ein gemeinsames Führungsverständnis, gestärkte Selbst- und Mitarbeitendenführung und eine deutlich verbesserte Vernetzung der Führungskräfte.
80+ Führungskräfte im Programm
2 Jahre Projektzeitraum
4 verpflichtende Präsenzmodule
1 gemeinsames Führungsverständnis
Ausgangssituation
Führung war über lange Zeit historisch gewachsen und innerhalb der dezentralen Struktur unterschiedlich ausgeprägt. Entscheidungen, Zusammenarbeit und Kommunikation folgten stark individuellen, unterschiedlich wirksamen Mustern. Gleichzeitig stieg der Druck, klarer und verbindlicher zu führen. Insbesondere die Personalführung erforderte mehr Orientierung, effizientere Zusammenarbeit und aktive Steuerung in anstehenden Veränderungsprozessen. Für die rund 80 Führungskräfte fehlte ein aktueller, moderner und gemeinsamer Bezugsrahmen sowie eine systematische Entwicklung von Führungskompetenzen, die über kurzfristige Trainings hinausgeht und im Alltag echte Wirkung entfaltet.
Zielsetzung
Ziel war, Führung als wirksamen Steuerungshebel für Zusammenarbeit, Performance und Veränderung zu stärken. Führungskräfte sollten befähigt werden, ihre Rolle klarer wahrzunehmen, wirksamer zu handeln und organisationale Ziele konsistent umzusetzen.
Vorgehen
Das Programm wurde als systemisches, modular aufgebautes Entwicklungsformat konzipiert, das Präsenzmodule, digitale Formate und individuelle Begleitung für alle Führungskräfte kombiniert.
In vier aufeinander abgestimmten, verpflichtenden Präsenzmodulen wurden zentrale Führungshebel wie Haltung, Teamperformance, Change und Gesprächsführung gezielt entwickelt und praktisch erprobt.
Ergänzende Webinare stärkten insbesondere Facetten der Selbstführung, Resilienz und Achtsamkeit als Grundlage nachhaltiger Führungsleistung.
Durch Formate mit konsequentem Praxisbezug wie kollegiale Fallberatung, Situationssimulationen und Retrospektiven wurde Führung nicht nur verstanden, sondern konkret eingeübt, reflektiert und weiterentwickelt.
Flankierende, digitale Peer-Group-Formate wie die moderierte kollegiale Fallberatung unterstützten die kontinuierliche Entwicklung über zwei Jahre hinweg und über die Module hinaus.
Wirkungshebel
Die systematische Verknüpfung von individueller Entwicklung, konkreten Führungssituationen und organisationalem Kontext erhöhte die unmittelbare Wirksamkeit der Maßnahmen.
Der hohe Praxisanteil und die Arbeit an realen Herausforderungen führten zu direkt sichtbaren Verhaltensänderungen und stärkten den Mut, neue Führungsansätze auszuprobieren.
Die Kombination aus modularer Struktur sowie kontinuierlicher, kommunikativer und inhaltlicher Begleitung sicherte nachhaltige Verankerung statt isolierter Lernimpulse.
Ergebnis
Ein gemeinsames Führungsverständnis wurde organisationsweit etabliert.
Teilnehmende berichten von deutlich höherer Handlungssicherheit in Führungssituationen und stärkerer Netzwerkorientierung.
Feedback- und Reflexionsformate konnten stärker in den Alltag integriert werden und Führungskräfte steuern Teamdynamiken bewusster.
Die Anschlussfähigkeit von Führung an strategische Ziele wurde erhöht.
Das Programm führte zu einer spürbaren Weiterentwicklung von Führungskultur und Zusammenarbeit im Unternehmen.
Ausblick
Aufgrund der hohen Wirksamkeit und positiven Resonanz wird das Programm auf die nächsten Führungskräftejahrgänge ausgeweitet. Damit wird Führungskräfteentwicklung nicht als einmalige Maßnahme verstanden, sondern als kontinuierlicher Entwicklungsprozess im Unternehmen verankert. Parallel befindet sich bereits eine weiterführende Masterclass in Entwicklung, die zentrale Führungsthemen vertieft und erfahrenen Führungskräften zusätzliche Reflexions- und Entwicklungsräume eröffnet. Zusätzlich haben sich einzelne Führungskräfte für individuelle, systemische Coachings entschieden, um ihre Führungsrolle auf individueller, persönlicher Ebene strukturiert weiterzuentwickeln. So entsteht eine nachhaltige Entwicklungsarchitektur, die Führung langfristig stärkt und strategisch anschlussfähig macht.
