Effizienteres Recruiting durch Mitarbeiterempfehlungen?!

Im Recruiting geht es bekanntermaßen um den Prozess der Personalbeschaffung. Dieser soll möglichst aufwandsarm, zeiteffizient und zielgruppengerecht erfolgen und qualifizierte neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hervorbringen.

Werden neue Mitarbeitende gesucht, nutzen die meisten Unternehmen zunächst passive Recruitingkanäle. Dazu zählen beispielsweise Ausschreibungen auf den Karriereseiten der eigenen Unternehmenshomepage, in Stellenbörsen und in sozialen Netzwerken sowie in Fachmagazinen.

Daraufhin warten die Personalverantwortlichen ab, bis ausreichend Bewerbungen fachlich qualifizierter Kandidaten und Kandidatinnen eingegangen sind, um dann die engste Auswahl zu persönlichen Vorstellungsgesprächen einzuladen. Nach den persönlichen Gesprächen und etwaigen Eignungsverfahren wird dann der oder die zukünftige Stelleninhaber/in ausgewählt.

In einer von LinkedIn durchgeführten Erhebung „Global Talent Trends 2017“ hat sich jedoch gezeigt, dass fast die Hälfte der Befragten der Meinung sind, dass Bewerbungen aus dem persönlichen Umfeld der eigenen Mitarbeiter eine wesentlich höhere Erfolgsquote mit sich bringen als andere Bewerbungen.

Herausforderungen im Recruiting

Unumstritten ist der kontinuierlich steigende Bedarf an Fachkräften, während die Response-Raten auf Stellenausschreibungen deutlich sinken. Ein Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hält außerdem fest, dass Unternehmen unter anderem mit Problemen wie einer niedrigen Bewerberqualität, unerwartet hohen Gehaltsforderungen und notwendigen Zugeständnissen bei der Berufserfahrung eingestellter Kandidaten zu kämpfen haben.

Vorteile des empfehlungsbasierten Recruitings

Vor diesem Hintergrund werden Mitarbeiterempfehlungsprogramme bedeutsamer.

Wenn die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bewusst als Markenbotschafter agieren, hat dies für den Recruitingprozess mehrere Vorteile:

  • Durch Mitarbeiterempfehlungen erreichen Stellenausschreibungen eine größere Reichweite, da informierte Freunde und Bekannte die erhaltenen Informationen über offene Stellen auch an ihren Bekanntenkreis weitergeben.
  • Es werden nicht nur reine Informationen zu offenen Stellen, sondern auch zu dem Arbeitgeber als solchem und dessen Unternehmenskultur transportiert.
  • Dadurch erhalten potenzielle Kandidaten und Kandidatinnen ein authentisches Bild der Unternehmenskultur und können besser abschätzen, ob die Gegebenheiten zu ihren Persönlichkeiten und Vorstellungen passen.
  • Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen übernehmen automatisch eine erste Screening-Funktion, indem sie ehemalige Arbeitskollegen, Geschäftspartner oder deren Kontakte empfehlen.
  • Meist können die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nämlich die Stärken und Schwächen der potenziellen Kandidaten fachlich und persönlich sowie hinsichtlich des Cultural Fits gut einschätzen.

Mitarbeiterempfehlungen ersetzen kein Auswahlverfahren

Eine Mitarbeiterempfehlung kann keinen normalen Bewerbungsprozess ersetzen. Die empfohlenen Kandidaten und Kandidatinnen sind also dazu angehalten, ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen einzureichen und den Auswahlprozess nahezu vollständig zu durchlaufen.

Die Erfahrung von proJob zeigt, dass empfohlene Personen von bereits platzierten Kandidaten und Kandidatinnen meistens zumindest in die engste Auswahl eines Recruitingprozesses kommen.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Mitarbeiterempfehlungen gemacht? Nutzen Sie vielleicht sogar ein digitales Mitarbeiterempfehlungssystem?

Wir sind gespannt und freuen uns auf Ihr Kommentar.

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Junior Beraterin; Betriebspädagogin und Soziologin; Master of Arts; seit 2017 bei proJob; Schwerpunkte in den Bereichen: Recruiting, Karriereberatung, Auswahl- und Entwicklungsverfahren

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