Gamification im Personalwesen

Die Grundlagen von Gamification

Gami­fi­ca­ti­on hat sich in den letz­ten Jah­ren von einem Trend zu einem fes­ten Bestand­teil unse­res All­tags ent­wi­ckelt, auch wenn uns dies nicht immer bewusst ist. Super­märk­te locken mit Bonus­pro­gram­men, Spie­le zum Spra­chen­ler­nen wer­den mil­lio­nen­fach her­un­ter­ge­la­den, selbst das eige­ne Sport­pro­gramm soll durch spie­le­ri­sche Aspek­te reiz­vol­ler gemacht wer­den.

Auch in der Arbeits­welt sind die Ele­men­te der Gami­fi­ca­ti­on mitt­ler­wei­le ange­kom­men und hel­fen uns, den beruf­li­chen All­tag und sei­ne Her­aus­for­de­run­gen zu ver­ein­fa­chen.

Aber was genau bedeu­tet Gami­fi­ca­ti­on über­haupt? Eine all­ge­mei­ne Defi­ni­ti­on fin­det sich im Wirt­schafts­le­xi­kon Gab­ler, das Gami­fi­ca­ti­on als

die Über­tra­gung von spiel­ty­pi­schen Ele­men­ten und Vor­gän­gen in spiel­frem­de Zusam­men­hän­ge”

(https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gamification-53874) beschreibt, um so kon­kre­te Her­aus­for­de­run­gen durch eine spie­le­ri­sche Gestal­tung zu ver­ein­fa­chen und damit einen Anreiz zu schaf­fen, sich die­sen zu wid­men.

Gami­fi­ca­ti­on greift auf Ele­men­te der Psy­cho­lo­gie zurück und schafft durch Aner­ken­nung und Beloh­nung Erfolgs­er­leb­nis­se, die zur Wei­ter­ar­beit moti­vie­ren. Dar­über hin­aus sorgt der Unter­hal­tungs­ef­fekt für ein ste­ti­ges Inter­es­se an der Beschäf­ti­gung mit dem Pro­jekt, das auf lan­ge Sicht zum Errei­chen der gesetz­ten Zie­le führt.

Um Gami­fi­ca­ti­on erfolg­reich auf ein Pro­jekt anzu­wen­den, soll­ten zunächst die über­grei­fen­den Zie­le bestimmt wer­den und die­se dar­auf auf­bau­end mit­tels pas­sen­der Gami­fi­ca­ti­on-Ele­men­te prak­tisch umge­setzt wer­den.

Gamification in der Arbeitswelt

Im Arbeits­all­tag wird Gami­fi­ca­ti­on von Unter­neh­men bei­spiels­wei­se zur Wis­sens­ver­mitt­lung, für Team­buil­ding­maß­nah­men oder für die Kun­den- und Mit­ar­bei­ter­bin­dung genutzt. Die wohl nahe­lie­gends­ten Vor­tei­le gegen­über den her­kömm­li­chen Metho­den sind hier­bei Spaß und Unter­hal­tung, gera­de bei weni­ger reiz­vol­len Auf­ga­ben. Durch das Auf­grei­fen spie­le­ri­scher Aspek­te und die Über­tra­gung die­ser auf beruf­li­che Kon­tex­te wird nicht nur auf kurz­fris­ti­ge Sicht ein neu­er Anreiz geschaf­fen, sich mit der ent­spre­chen­den Auf­ga­be zu beschäf­ti­gen, son­dern auch die lang­fris­ti­ge Moti­va­ti­on hier­für gestärkt.

Durch ste­ti­ges Feed­back (bei­spiels­wei­se in Form von Rang­lis­ten oder Punk­te­sys­te­men) bekommt der Anwen­der jeder­zeit die Mög­lich­keit, sei­ne eige­ne Leis­tung ein­zu­schät­zen und mit Ande­ren zu ver­glei­chen. Selbst kleins­te Erfol­ge inner­halb die­ser spie­le­ri­schen Umge­bung, wie zum Bei­spiel das Errei­chen eines neu­en Levels oder vir­tu­el­le Aus­zeich­nun­gen für erreich­te Leis­tun­gen, beloh­nen den Nut­zer für sei­ne Tätig­keit und spor­nen ihn gleich­zei­tig an, die nächs­te Stu­fe zu errei­chen. Gera­de der Ver­gleich mit Kol­le­gen oder Freun­den und der dar­aus resul­tie­ren­de Drang, sich gegen­sei­tig zu über­bie­ten, kann als zusätz­li­cher Antrieb die­nen und die­sen Effekt noch ver­stär­ken. Ein klas­si­sches Prin­zip, das sich auch vie­le Mobi­le Games zunut­ze machen.

Den Genera­tio­nen Y und Z, die mit Video­spie­len auf­ge­wach­sen und mit ihren Prin­zi­pi­en und Mecha­ni­ken ver­traut sind, wird durch die Nut­zung bekann­ter spie­le­ri­scher Ele­men­te zudem die Mög­lich­keit gege­ben, sich in neu­en Umge­bun­gen und Auf­ga­ben leich­ter zurecht­zu­fin­den und mög­li­che anfäng­li­che Hem­mun­gen schnel­ler abzu­le­gen. Neue The­men und Fach­ge­bie­te kön­nen so bes­ser greif­bar gemacht und ver­mit­telt wer­den.

Gami­fi­ca­ti­on fin­det jedoch nicht nur in inter­nen Maß­nah­men Anwen­dung, son­dern dient ver­mehrt auch als Mit­tel zur Kun­den- und Mit­ar­bei­ter­bin­dung. Durch die spie­le­ri­schen Ele­men­te wer­den die­se dazu ange­regt, sich frei­wil­lig mit dem Unter­neh­men und des­sen Ange­bot zu beschäf­ti­gen und bau­en somit in kur­zer Zeit eine posi­ti­ve Bin­dung zu die­sem auf. Die Moti­va­ti­on, wei­ter­füh­ren­de Erfol­ge in der Spiel­um­ge­bung zu errei­chen, schafft eine lang­fris­ti­ge Bezie­hung zwi­schen Kun­den und Unter­neh­men.

Obwohl immer mehr Unter­neh­men Gami­fi­ca­ti­on in ihre Kul­tur inte­grie­ren, gehört dies jedoch noch längst nicht zum Stan­dard. Eine gut gemach­te Ein­bin­dung spie­le­ri­scher Ele­men­te in den Arbeits- und Bewer­bungs­pro­zess kann also auch zur Ver­bes­se­rung des Employ­er Bran­dings genutzt wer­den, um vor allem die jun­ge Genera­ti­on für das eige­ne Unter­neh­men zu begeis­tern.

Gamification im Personalwesen

In unse­ren Bera­tungs­pro­jek­ten nut­zen wir Ele­men­te der Gami­fi­ca­ti­on, um so Infor­ma­tio­nen bes­ser ver­mit­teln und die gesetz­ten Zie­le effek­ti­ver errei­chen zu kön­nen. Da sich die indi­vi­du­el­len Vor­lie­ben in Bezug auf spie­le­ri­sche Ele­men­te stark unter­schei­den kön­nen, legen wir hohen Wert dar­auf, dass die Maß­nah­men auf die Wün­sche und Prä­fe­ren­zen unse­rer Teil­neh­mer zuge­schnit­ten sind, um das best­mög­li­che Ergeb­nis zu erzie­len. So nut­zen wir sen­si­bi­li­sie­ren­de Übun­gen, wie zum Bei­spiel das Jon­glie­ren oder das Bau­en von Tür­men, um die Teil­neh­mer moto­risch direkt in die Auf­ga­be mit ein­zu­be­zie­hen und mit all ihren Sin­nen auf die zu ver­mit­teln­den Inhal­te zu fokus­sie­ren. Die vor­an­ge­gan­ge­ne phy­si­sche Akti­vi­tät för­dert dar­über hin­aus sowohl die Auf­nah­me­fä­hig­keit von theo­re­ti­schem Wis­sen, wie auch das direk­te Erle­ben der zuvor bespro­che­nen Theo­rie.

Um die Teil­neh­mer an abs­trak­te The­men her­an­zu­füh­ren, grei­fen wir auf visua­li­sie­ren­de Ele­men­te zurück. In Form sze­ni­scher Thea­ter­spie­le kön­nen unter­neh­me­ri­sche, aber auch per­sön­li­che Wer­te und Visio­nen greif­bar gemacht und ermit­telt wer­den.

In unse­ren Team-Coa­chings nut­zen wir Chal­len­ges und Spie­le, um den Zusam­men­halt unter­ein­an­der zu stär­ken und dem Team Raum zu geben, sich selbst wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Durch die spie­le­ri­sche Gestal­tung wer­den die ein­zel­nen Team­mit­glie­der zur akti­ven Mit­ar­beit ermu­tigt und mög­li­che Hem­mun­gen genom­men. Spie­le­ri­sche Auf­ga­ben wie bei­spiels­wei­se eine fik­ti­ve Schatz­su­che set­zen Kom­mu­ni­ka­ti­on und Team­ar­beit vor­aus, um gemein­sam das gesetz­te Ziel zu errei­chen.

Fazit

Zusam­men­fas­send lässt sich fest­hal­ten, dass Gami­fi­ca­ti­on als effek­ti­ves Mit­tel im Per­so­nal­we­sen ein­ge­setzt wer­den kann, um gesetz­te Zie­le schnel­ler, nach­hal­ti­ger und moti­vier­ter zu errei­chen. Die sinn­vol­le Ein­bin­dung von Ele­men­ten der Gami­fi­ca­ti­on ver­deut­licht jedem Teil­neh­mer, dass sich Teams selbst orga­ni­sie­ren, koor­di­nie­ren und gemein­schaft­lich auf ein Ziel aus­rich­ten müs­sen.

Dass dies nur mög­lich ist, wenn alle gemein­sam an einem Strang zie­hen, ist kei­ne neue Erkennt­nis und den meis­ten Work­shop-Teil­neh­mern theo­re­tisch bereits bekannt – doch erst durch das direk­te Erle­ben der spie­le­risch gesam­mel­ten Erfah­rung bekom­men die­se Gedan­ken eine beson­de­re, indi­vi­du­ell erleb­te Bedeu­tung.

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