Handball-WM 2019 – Was wir von Profisportlern lernen können

Morgen startet die Handball-WM und während wir unserer Nationalmannschaft fest die Daumen drücken, nehmen wir den Mannschaftssport einmal genauer unter die Lupe.

Handball ist eine Sportart, bei der zwei Mannschaften mit je sieben Spielern, bestehend aus sechs Feldspielern und einem Torwart, mit dem Ziel gegeneinander spielen, den Handball in das gegnerische Tor zu werfen. Es gewinnt die Mannschaft, die nach Ablauf der Spielzeit, durch eine zehnminütigen Pause in zwei Hälften á 30 Minuten aufgeteilt, die meisten Tore erzielt hat. Die Feldspieler dürfen den Ball dabei mit allen Körperteilen oberhalb des Knies sowie mit dem Knie selbst berühren.

Wir wollen der Frage nachgehen, was wir von Profisportlern, in diesem Fall von Handballern, lernen können. Die ersten Aspekte, an die wir bei Mannschafts- und Profisport denken, sind Disziplin, Ausdauer und Teamspirit.

Teamspirit

Die gemeinsame Zielorientierung begünstigt den Teamspirit. Als Mannschaft möglichst oft im Ballbesitz zu sein sowie der gemeinsame Spielsieg sind die kollektiven Ziele. Der Sieg lässt sich als Hauptziel betrachten, welches während des Spiels durch die Erreichung einer Vielzahl von Individualzielen verfolgt wird. Diese sind durch die verschiedenen Positionen der Spieler sowie die verschiedenen Aufgabenprofile, wie Abwehr- und Tempospiel oder Positionsangriff, begründet.

Gemeinsame Zielorientierung

Hieraus können wir lernen, dass eine gemeinsame Zielorientierung die Basis einer produktiven und effizienten Arbeit innerhalb eines Teams bildet. Das bedeutet nicht, dass nicht gleichzeitig individuelle Interessen oder Ziele verfolgt werden können, sofern diese auf das gemeinsame Ziel einzahlen. Um das gemeinsame Ziel zu erreichen, ist ein taktisches Spielkonzept von Nöten, welches nicht nur die individuellen Stärken der einzelnen Spieler berücksichtigt und derart einsetzt, dass individuelle Stärken voll zur Geltung kommen. Es muss auch auf die Stärken und Schwachpunkte des jeweiligen Gegners abgestimmt sein. Die Stärken und Schwächen der Einzelspieler bilden folglich das Fundament des Spielkonzepts, welches immer wieder an den Gegner angepasst wird.

Stärken und Schwächen

Übertragen auf den Unternehmenskontext bedeutet dies, dass eine Unternehmensstrategie sich nicht nur an dem Potenzial der Mitarbeiter und den Unternehmenszielen, sondern auch an den Stärken und Schwächen der Wettbewerber orientieren muss.
In der Nationalmannschaft haben die Spieler situationsgerechte und individuelle Freiheiten. Je nach Typ, Position und Gegenspieler können sie sich in Absprache mit ihren Mitspielern situationsgerecht unterschiedlich verhalten. Eine hohe Variabilität in den Abschlussreaktionen erfordert ein breites, vielseitiges Aktions- und Positionsrepertoire seitens der Spieler.

Entfaltungsspielraum

Es wird deutlich, dass Positionsinhaber einen Entfaltungsspielraum benötigen, in dem sie ihre individuellen Stärken ausleben und ihr volles Potenzial entfalten können. Dies implizit ein gewisses Maß an Flexibilität, um jederzeit situationsgerecht agieren zu können. Neben persönlichen Stärken besitzt jeder auch Schwächen. Ich sehe in diesem Kontext bewusst von dem Begriff „Entwicklungsfelder“ ab, da nicht alle Schwächen gezwungenermaßen angegangen werden müssen. Häufig ist es sinnvoller Stärken zu stärken. Umso wichtiger ist es, dass die Anforderungen an einen Positionsinhaber mit dessen Stärken übereinstimmen. Andere Positionen kompensieren bestenfalls vorhandene „Schwachstellen“.

Individualität und Perspektivwechsel

Daraus ergibt sich auch, dass es in jeder Interaktion zu berücksichtigen gilt, dass alle Beteiligten individuelle Stärken und Schwächen sowie Ziele und Bedürfnisse haben. Dies gilt gleichermaßen für Interaktionen mit Vorgesetzten und Kollegen als auch mit Kunden, Dienstleistern und Geschäftspartnern. Es kommt darauf an, sich auf sein Gegenüber einzustellen und auch einmal die Perspektive zu wechseln.

Agieren statt Reagieren

Beim Handball ist es elementar, zu agieren statt zu reagieren, um den Ball für die eigene Mannschaft zu gewinnen. Um Ballbesitz zu erlangen, ist es notwendig, den Angriff der gegnerischen Mannschaft möglichst permanent unter Druck zu setzen und dessen Auslösehandlungen zu stören. Dies erfolgt dadurch, dass Gegenspieler in schlechte Wurfpositionen gezwungen, zu Fehlpässen verleitet oder ihre Passwege blockiert werden. Dazu ist es unabdingbar, Pässe vorauszuahnen, Räume zu verengen und aktiv anzugreifen.

Agieren statt zu reagieren ist ein Leitsatz, den wir uns abschauen und öfter einmal ins Gedächtnis rufen sollten. Er bedeutet weder kopflos nach vorne zu preschen noch zu lange abzuwarten. Vielmehr bedeutet er ständig am Ball zu bleiben, Trends nicht nur im Auge zu behalten, sondern auch mit voranzutreiben, den Mut aufzubringen auch einmal Vorreiter zu sein.

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