proJob zu Gast auf dem 20. Deutschen Personalberatertag

Samia Bou­ta­ri und ich haben uns am 13. Juni 2018 aus dem Tages­ge­schäft aus­ge­klinkt und statt­des­sen den 20. Per­so­nal­be­ra­ter­tag besucht. Die­ser wird jähr­lich vom Bun­des­ver­band Deut­scher Unter­neh­mens­be­ra­ter orga­ni­siert und fand die­ses Jahr im Stei­gen­ber­ger Grand­ho­tel auf dem Peters­berg bei Bonn statt.

Dort haben wir uns ver­schie­de Vor­trä­ge ange­hört — zu klas­si­schen Fachthe­men sowie zu den Aus­wir­kun­gen der EU-Daten­schutz­ver­ord­nung und zu den Fol­gen des digi­ta­len Wan­dels für das Recrui­t­ing. Dar­über hin­aus wur­den wir kuli­na­risch ver­wöhnt und konn­ten die Pau­sen dazu nut­zen, unser Netz­werk zu erwei­tern und bereits bestehen­de Kon­tak­te zu pfle­gen.

Damit Sie einen klei­nen Ein­blick in die The­men­viel­falt des Per­so­nal­be­ra­ter­ta­ges bekom­men, möch­te ich im Fol­gen­den drei der elf Pro­gramm­punk­te in aller Kür­ze anschnei­den.

Mimik ist die Bühne unserer Gefühle

Der ers­te Vor­trag des Tages „Nie wie­der Toma­ten auf den Augen — Was die Mimik über unse­re Gefüh­le ver­rät“ setz­te sich mit der Emo­ti­ons­er­ken­nungs­fä­hig­keit aus­ein­an­der und begeis­ter­te die Zuhö­rer­schaft durch Pra­xis­bei­spie­le und inter­ak­ti­ve Übungs­auf­ga­ben.

Wir haben gelernt, dass die non­ver­ba­le Kom­pe­tenz eine Schlüs­sel­kom­pe­tenz ist, die es zu trai­nie­ren gilt, denn die Mimik ist schnel­ler als der Ver­stand und lässt sich in den ers­ten 500 Mil­li­se­kun­den einer Reak­ti­on nicht mani­pu­lie­ren. Ver­spü­ren wir Ver­ach­tung oder Ekel, ver­rät uns ein leich­tes ein­sei­ti­ges Ober­lip­pen­zu­cken, noch bevor wir das freund­lichs­te Lächeln und somit unser Poker­face auf­set­zen kön­nen.

Was bedeu­tet es also, wenn Ihr Gesprächs­part­ner lächelt? Wuss­ten Sie, dass Aus­drucks­wei­sen häu­fig fehl­in­ter­pre­tiert wer­den und Empa­thie nicht mit der Emo­ti­ons­er­ken­nungs­fä­hig­keit gleich­zu­set­zen ist?
Haben Sie bei­spiels­wei­se schon ein­mal ver­sucht, das Lächeln Ihres Gegen­übers zu deu­ten? War es ein Lächeln aus Domi­nanz, ein Zen­sur-Lächeln (qua­si die gute Mie­ne zum bösen Spiel), rei­ne Freund­lich­keit zur För­de­rung der Koope­ra­ti­on oder hat Ihr Gegen­über tat­säch­lich ech­te Freu­de emp­fun­den? Nur bei ech­ter Freu­de kon­tra­hiert der Augen­ring­mus­kel und senkt die Augen­deck­fal­te ab.

Guter Lebenslauf = guter und geeigneter Mitarbeiter?

In einem beein­dru­cken­den Exper­ten­talk mit geball­ter Kom­pe­tenz zum The­ma Peop­le Ana­ly­tics und dia­gnos­ti­sche Test­ver­fah­ren war die ein­heit­li­che Mei­nung, dass eine abso­lut per­fek­te Pas­sung zwi­schen Job und Mit­ar­bei­ter unmög­lich ist. Jeder Mensch habe sei­ne Stär­ken und sei­ne Ent­wick­lungs­be­dar­fe, sodass man­che Per­so­nen eben bes­ser zu den Anfor­de­run­gen einer Posi­ti­on pas­sen als ande­re. Es gin­ge letzt­lich immer dar­um, die Per­son aus­zu­wäh­len, die den Job am wenigs­ten defi­zi­tär erfül­len wird.

Anhand eines Lebens­lau­fes dar­auf zu schlie­ßen, dass es sich zukünf­tig um einen guten Mit­ar­bei­ter hand­le, sei ein fata­ler Attri­bu­ti­ons­feh­ler, da es immer auf die Inter­ak­ti­on von Per­son und Situa­ti­on ankom­me. Eig­nungs­dia­gnos­tik hel­fe dabei, die cha­rak­ter­li­chen und kogni­ti­ven Poten­zia­le und Defi­zi­te einer Per­son der­art auf­zu­de­cken, dass Per­so­nal­ver­ant­wort­li­che den poten­zi­el­len Defi­zi­ten von Beginn an ent­ge­gen­wir­ken kön­nen.
Zu berück­sich­ti­gen sei­en bei der Aus­wahl der eig­nungs­dia­gnos­ti­schen Instru­men­te fol­gen­de Aspek­te:

a) Anfor­de­rungs­ori­en­tie­rung
b) Qualität/Gütekriterien
c) Recht­li­che und ethi­sche Aspek­te (v. a. Infor­mel­le Selbst­be­stim­mung und Daten­sou­ve­rä­ni­tät)

Big Dadaismus – Auch Algorithmen haben Grenzen

Der abschlie­ßen­de Vor­trag des Tages war für mich per­sön­lich der abso­lu­te Höhe­punkt.
Mit viel Humor und her­vor­ra­gen­den Bei­spie­len aus dem all­täg­li­chen Leben hat sich der Refe­rent den The­men Digi­ta­li­sie­rung und Big Data gewid­met. Der gan­ze Saal hör­te gespannt zu und kam kaum aus dem Lachen raus.

Dabei hat er her­aus­ge­stellt, dass die Ana­ly­se von Daten ein­deu­ti­ge Gren­zen hat. So lie­ßen sich zwar Kor­re­la­tio­nen benen­nen, aber nicht zwangs­läu­fig Kau­sa­li­tä­ten bestim­men. Zah­len und Algo­rith­men sei­en zwar gute und mäch­ti­ge Instru­men­te, aber nie ein Ersatz für das, was uns Men­schen aus­macht.

Unse­re Phan­ta­sie, unse­re Krea­ti­vi­tät, unser Humor sowie unse­re Vor­stel­lungs­kraft und die Fähig­keit, über die Zukunft nach­zu­den­ken und Visio­nen zu ent­wi­ckeln, zeich­nen uns aus.
Aus die­sem Grund soll­ten wir an dem fest­hal­ten, was uns aus­macht und mutig sein, auch mal etwas wagen und sei es „dass wir uns mor­gens die Zäh­ne mit elmex put­zen und abends mit aro­nal“.

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